Der marianische Segenskreis (Loreto 13. Mai 1982)

 

Am heutigen 13. Mai wollen wir uns dankbar daran erinnern, dass von Fatima unsagbar viel Segen ausgegangen ist. Der Papst will am heutigen 13. Mai persšnlich in Fatima der lieben Gottesmutter danken, dass sie ihn am 13. Mai 1981 beim furchtbaren Attentat, das auf ihn von einem fanatisierten Mohammedaner ausgeŸbt wurde, wunderbar beschŸtzt und beschirmt hat und dass sie ihn auch in diesem fŸr ihn sehr schmerzlichen und leidvollen Jahr seit dem 13. Mai 1981 fŸr zahllose Menschen zum Segen werden lie§.

Diese †berlegungen im Zusammenhang mit dem 13. Mai 1981 und mit der Pilgerfahrt des Papstes nach Fatima zum heutigen 13. Mai 1982, zu diesem 65. Tag, an dem Maria, die unbefleckt empfangene Gottesmutter in Fatima zum ersten Mal von den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Franzisco erschienen ist, brachte mich auf den Gedanken, heute einmal Ÿber den Marianischen Segenskreis zu sprechen.

Da geht es um den weltweiten Zusammenschluss marianisch gesinnter Menschen, denen es aufgegangen ist, wie sie durch ein nach dem Vorbild Mariens geformtes Christenleben fŸr die anderen Menschen zum Segen werden sollen. Es wird in der Welt so viel geflucht und verflucht,  woraus unsagbar viel Unsegen und Unheil flie§t.

Da mŸsste es doch dem gegenŸber Menschen geben, die darauf bedacht sind, durch eifriges Gebet, durch wŸrdigen Sakramentenempfang und durch hŠufige Teilnahme am hl. Messopfer viel Segen zu empfangen, um so dann selber zum Segen zu werden fŸr die Mitmenschen und Segen zu spenden als Gegenmittel gegen den Unsegen und Fluch, der seit der UrsŸnde vom Bšsen Feind und seinen Helfershelfern ausgeht.

Es gehšren heute schon x-tausende Katholiken, Laien, Ordensleute und Priester in aller Welt dem Marianischen Segenskreis an, die darauf bedacht sind, 1. Segen zu empfangen, 2. selber zum Segen fŸr viele zu werden, 3. den Unsegen zu bekŠmpfen, 4. Segen zu spenden und das alles zu tun im Sinn eines SegensbŸndnisses mit Maria; das Kennzeichen dafŸr ist dann das Tragen der WundertŠtigen Medaille, von der seit damals, als sie im Auftrag der Gottesmutter, den sie an die hl. Katharina LabourŽ ergehen hatte lassen, erstmalig geprŠgt worden ist, unsagbar viel Segen ausgegangen ist.

Ich kann nur ehrlich zugeben: Als ich das 1. Mal vom Marianischen segenskreis hšrte, gefiel mir diese gro§artige Idee und ich schloss mich dem Marianischen Segenskreis an in der †berzeugung: Diese Tausenden  und Abertausenden von glŠubigen Katholiken, die sich im MSK zusammengeschlossen haben, kšnnten wirklich in unserer Zeit dem Fluchen und Verfluchen den Segen und das Segnen entgegensetzen, der Maledeiung die Benedeiung durch jene, von der es im Engelsgru§ des Ave Maria hie§t, dass sie selbst die ăGebenedeite unter den FrauenŇ ist, weil aus ihr der kostbarste Segen, die gebenedeite Frucht ihres Leibes, Jesus, hervorging, in welchem alle Všlker und Menschen der Erde gesegnet sin, nachdem sich diese gebenedeite Leibesfrucht Mariens, unser Herr Jesus Christus, selber zum Fluch gemacht hat im SŸhnetod am Kreuz, um von uns Menschen den Fluch der SŸnde, der ewigen Verdammnis und der Knechtschaft des Teufels hinwegzunehmen.

Denken wir einmal darŸber nach, was Segen und segnen eigentlich bedeutet, wo wir doch so sehr auf den Segen von oben angewiesen sind, dass unsere Vorfahren das Sprichwort geformt haben: ăAn Gottes Segen ist alles gelegen!Ň

Ich gehe da immer gerne der etymologischen Bedeutung der Wšrter und ihrer Herkunft nach. Versuchen wir es auch beim Wort ăSegenŇ und ăSegnenŇ. Unser deutsches Wort ăSegenŇ (althochdeutsch: ăseganŇ) ist von dem schwachen Zeitwort ăsegnenŇ (althochdeutsch ăseganonŇ) abgeleitet. Dieses Zeitwort ăsegnenŇ ist hinwieder ein Lehnwort aus dem lateinischen Zeitwort ăsignareŇ = ăzeichnenŇ nŠmlich das ăsignum crucisŇ = das Zeichen des Kreuzes; so empfingen unsere Vorfahren den Segen: es wurde Ÿber sie das Zeichen des Kreuzes gemacht; so segneten sich unsere Vorfahren: sie machten Ÿber sich das Zeichen des Kreuzes; und aus dem lateinischen ăsignareŇ (Fremdwort: ăsignierenŇ) ist dann das deutsche Wort ăsegnenŇ geworden.

In den Sprachen der Hl. Schrift des NT ist es etwas anders: da steht im Griechischen das Wort ăeulogeinŇ, im Lateinischen das gleichbedeutende Wort  ăbenedicereŇ, was in beiden FŠllen eigentlich bedeutet: ăbenedicereŇ = gut sprechen, nŠmlich Ÿber jemand, jemandem Gutes zusagen, verhei§en, und zwar im Namen dessen, der das Gute diesem Menschen und allen Menschen geben kann, also im Namen Gottes und im Namen dessen, der uns Menschen das Heil, das wir durch die SŸnde verscherzt haben, wieder verdient hat, unser Heiland Jesus Christus.

Das Wort ăbenedicereŇ kennen wir aus dem Ave Maria,  wo es von der jungfrŠulichen Gottesmutter und ihrer gšttlichen Leibesfrucht hei§t, sie seien ăbenedictaŇ – ăgebenedeitŇ – gesegnet, dann auch gepriesen, weil sie voll Segen fŸr sich und andere Menschen sind.

Die Hl. Schrift, die oft vom ăSegenŇ und vom ăSegnenŇ spricht, versteht darunter die Zuwendung von HeilsgŸtern, d.h. von allem, was uns an Leib und Seele zum Heile gerecht.

Der Spender des Segens ist dabei zu allererst Gott selbst. Von ihm geht aller Segen aus. So hei§t es gleich am Anfang der Hl. Schrift im Buch Genesis 1,28: ăGott segnete die ersten Menschen und sprach zu ihnen: ăSeid fruchtbar und mehret euch und erfŸllet die Erde und macht sie euch untertan!ŇŇ  Hier sagt Gott also den ersten Menschen als Segen die Fruchtbarkeit zu und Ÿbergibt ihnen die Erde, um sie zu bewohnen und segenbringend zu gestalten und allen Fluch von ihr fernzuhalten.

Zum Stammvater des auserwŠhlten Volkes, zu Abraham, der ja auch fŸr uns ăVater des GlaubensŇ ist, sprach Gott: ăIch will dich segnen und du sollst ein Segen sein!Ň (Gen 12,2). Es ist das eine der allerschšnsten Schriftstellen Ÿber ăSegenŇ und ăsegnenŇ, Ÿber die man oft meditieren sollte.

Im Auftrag Gottes und in seinem Namen haben dann die alttestamentlichen Patriarchen ihre Sšhne und Nachkommen gesegnet. So segnete (Gen 27,27f) der Patriarch Isaak seinen Sohn Jakob.

Besonders schšn ist in der Hl. Schrift (Gen 48, 15f) der Segen des Patriarchen Jakob Ÿber die beiden Sšhne des Šgyptischen Joseph EphrŠm und Manasse ăDer Gott, vor dessen Angesicht meine VŠter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte war, seit ich bin, bis zum heutigen Tag, ...der mich erlšst hat aus aller Not, er segne diese Knaben. In ihnen soll mein Name und der meiner VŠter Abraham und Isaak fortleben, sie sollen zahlreich werden und sich mehren auf Erden.Ň

Der vom Patriarchen verliehene Segen soll sich auf seine ganze Nachkommenschaft erstrecken.

In der Schlussrede des Moses vor seinem Sterben werden dessen Segensverhei§ungen fŸr das Volk Israel so ausgesprochen (Deut 28,1 ff): ăWenn du der Stimme Jahwes, deines Gottes, getreulich gehorchst, indem du alle seine Gebote, die ich dir heute anbefehle, beobachtest, so erhebt dich Jahwe, dein Gott, hoch Ÿber alle Všlker der Erde und Ÿber dich kommen all die nachfolgenden Segnungen und treffen bei dir ein, wenn du auf die Stimme Jahwes, deines Gottes, hšrst. Gesegnet bist du in der Stadt und gesegnet auf dem Felde! Gesegnet ist die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Bodens, die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und die Tracht deiner Schafe. Gesegnet ist dein Brotkorb und deine BackschŸssel. Gesegnet bist du, wenn du kommst, und gesegnet bist du, wenn du gehst... Jahwe entbietet den Segen, dass er mit dir sei in deinen Speichern und bei allem Schaffen deiner HŠnde, und er segnet dich in dem Lande, das dir Jahwe, dein Gott, verleiht!Ň

Und das Wort, das Moses an das Volk Israel gerichtet hat, nachdem er ihm nochmals die Gebote Gottes eingeschŠrft hatte, lautet: ăSeht, ich lege euch heute Segen und Fluch vor: den Segen, so ihr den Geboten Jahwes, eures Gottes, die ich euch heute anbefehle, gehorcht; den Fluch, wenn ihr den Geboten Jahwes, euren Gottes, nicht gehorcht, sondern von dem Wege abweicht, um hinter anderen Gšttern herzulaufen, die ihr nicht kennengelernt habt...Ň (Deut. 11,26)

Der alttestamentliche Priester hatte dann den Gottesdienst immer mit dem dreifaltigen SegenŸber das Volk zu schlie§en; so hei§t es im alttest. Buch Numeri 6,22: ăUnd Jahwe sprach zu Moses also: ăSprich zu Aaron und seinen Sšhnen: ăSo sollt ihr die Israeliten segnen, indem ihr zu ihnen sagt: der Herr segne dich und behŸte dich! Der Herr lasse sein Antlitz Ÿber dir leuchten und sei dir gnŠdig! – Der Herr erhebe sein Antlitz hinzu dir und schaffe dir Heil! Sie (die Priester) sollen so meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen!Ň

Greifen wir jetzt nochmals auf den Patriarchen Abraham zurŸck, der bei allen SchicksalsschlŠgen doch unerschŸtterlich an den ihm verhei§enen Segen Gottes glaubte und der von dem Ÿberzeugt war, was Gott zu ihm gesagt hatte mit den Worten: ăIch will dich zu einem gro§en Volk machen. Ich will dich segnen und deinen Namen gro§ machen, und du sollst ein Segen sein. Ich werde segnen, die dich segnen und jene verfluchen, die dich verfluchen!Ň

ăIch will dich segnen... Und du sollst zum Segen werden!Ň Abraham ist zum Segen geworden vor allem in seinem grš§ten Nachkommen, im Messias, im menschgewordenen Sohn Gottes und Heiland der Welt Jesus Christus. In diesem seinem Nachkommen ist Abraham wirklich zum Segen fŸr UnzŠhlige geworden. Er, der am Anfang des Mt 1,1 ausdrŸcklich ăSohn AbrahamsŇ genannt wird, fŸhrt seinen menschlichen Stammbaum tatsŠchlich auf Abraham zurŸck, obwohl er in seiner Gottheit von sich sagen konnte: ăEhe Abraham ward, bin Ich.Ň Am Ende seines Stammbaumes aber steht jene, von der es in der Hl. Schrift ausdrŸcklich hei§t, dass sie unter allen Frauen die am meisten Gesegnete, die gebenedeite unter den Frauen ist; und gebenedeit ist die Frucht ihres Leibes Jesus!

Dieser Sohn Mariens, der zugleich Sohn Abrahams und Sohn Gottes ist, hat durch sein SŸhnopfer am Kreuz den Fluch von uns Menschen genommen und ist dadurch fŸr uns zum Segen in FŸlle geworden.

Darum schreibt der hl. Paulus im Gal 3,13d: ăChristus hat uns von dem Fluch des Gesetzes losgekauft, indem Er selbst fŸr uns zum Fluch geworden ist; steht doch geschrieben: ăVerflucht ist jeder, der am Holze hŠngt!Ň So sollte zu den Heiden der SEGEN ABRAHAMS kommen in Christus Jesus, so sollten wir die Verhei§ung des Geistes durch den Glauben empfangen.Ň Der hl. Petrus aber hat in seiner ersten Pfingstpredigt, wie sie uns in Apg 3,25ff aufgezeichnet ist, zu den Juden gesagt: ăIhr seid die Sšhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren VŠtern geschlossen hat, als Er zu Abraham sprach: ăUnd in deiner Nachkommenschaft werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.Ň FŸr euch (Juden) zuerst hat Gott (Vater) seinen Knecht (und Sohn Jesus Christus) auferweckt und gesandt, euch zu SEGNEN dadurch, dass Er jeden von euch von seinen Missetaten abwandte.Ň

Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, ist also der Vermittler des dem Abraham verhei§enen Segens des himmlischen Vaters. Er ist, weil Er selbst zuerst im SŸhnopfer am Holz des Kreuzes zum Fluch geworden ist, SEGEN und SEGENBRINGER in FŸlle geworden – zuerst fŸr die Glieder des auserwŠhlten Volkes, wenn sie im Glaubensgehorsam den SEGEN und den SEGENBRINGER Jesus Christus annehmen und dann fŸr die Heiden...

In der Apostelgeschichte (Apg 10,38) hei§t es von unserem Herrn Jesus Christus: ăpertransiit benefaciendo (Er ging Wohltaten spendend, Gutes tuend) durch die Lande. Der Verfasser der Apostelgeschichte, der Evangelist Lukas, hŠtte aber genauso gut von Jesus Christus schreiben kšnnen: ăPertransiit benedicendo (Er zog SEGNEND durch die Lande)Ň

Wahrlich, Jesus Christus ist zum SEGEN geworden und Er hat GESEGNET und den Segen des himmlischen Vaters in Worten und Taten auf die Menschen herabgezogen.

Mindestens viermal wird nun in den Evangelien ausdrŸcklich berichtet, dass Jesus gesegnet hat: 

  1. Jesus hat die Kinder gesegnet. Bei Mk 10,16 hei§t es: ăUnd man brachte Kinder zu Ihm, damit Er sie berŸhre. Die JŸnger aber fuhren diejenigen an (die die Kinder herbeibrachen, also die MŸtter der Kinder). Als aber Jesus das sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: ăLasst doch die Kinder zu mir kommen und wehrt es ihnen nicht! Denn ihrer ist das Himmelreich. Amen, ich sage euch: wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineingelangen. Und er schloss die Kinder ins eine Arme und SEGNETE sie, indem er ihnen die HŠnde auflegte.Ň

Der Evangelist Mk allein hat hier den ergreifend menschlichen Zug festgehalten, dass Jesus die Kinder zŠrtlich in seine Arme geschlossen hat und sie durch Handauflegung gesegnet hat. In dieser GebŠrde offenbart sich  die tiefe Herzlichkeit und Liebe, aus der heraus Jesus vor allem den Kindern seinen Segen erteilt hat.

Und er opferte gerne die verdiente Ruhe nach einem anstrengenden Arbeitstag, um die Kinder, die man zu ihm brachte, noch zu segnen. Und er wurde den Aposteln beinahe bšse, weil sie die MŸtter hindern wollten, die Kinder noch zu ihm zu bringen, damit er sie segne. Wie hoch muss hier Christus also den Segen, den er den Kindern noch spenden wollte, eingeschŠtzt haben!Ň Wenn Jesus die Kinder segnete, dann wollte er damit sagen: der Vater lasse euch wachsen und gedeihen! Er gebe euch GlŸck! Er mache eure Hoffnungen wahr! Er schenke euch Frieden! Er gebe euch Gesundheit des Leibes und das Heil der Seele! Er mache euch zu reifen, erwachsenen Menschen, zu Sšhnen und Tšchtern eures himmlischen Vaters! Er lasse euch den Sinn des kurzen Erdenlebens erfassen und verwirklichen!

Segnen auch wir immer wieder die Kinder, die uns anvertraut sind in der Familie, in der Erziehung, in der Schule! Machen wir es hier der Kirche nach, die in der Nachfolge des gšttlichen Kinderfreundes eine  eigene Kindersegnung in ihrem Rituale Romanum vorgesehen hat und vor allem durch die Bischšfe bei ihren Visitationen in den Pfarrgemeinden praktizieren lŠsst! ăWelch Geheimnis ist ein Kind!Ň So singt der Dichter Clemens Brentano in seinem ergreifenden ăLied vom KindŇ Geduld haben mit den Kindern, sie lieben, sie segnen!

  1.  Jesus hat die Kranken gesegnet: Er hat so mache von ihnen wunderbar geheilt. Jene aber, die er nicht geheilt hat, hat er aber sicher gesegnet und ihnen dadurch Trost vermittelt und Kraft, ihr Leid tapfer und gottergeben tragen zu kšnnen. Gewiss ist von der Segnung der Kranken durch Jesus nirgendwo ausdrŸcklich in den Evangelien die Rede, aber ich kann mirŐs bei ihm, der sein eignes Sakrament fŸr die Kranken eingesetzt hat, gar nicht anders vorstellen. Ich lese von dieser Krankensegnung durch Jesus in jenem zusammenfassenden Bericht bei Mk 1,32-33, wo es nach dem Tagewerk Jesu in Kapharnaum hei§t: ăAls es aber Abend geworden war, nach Sonnenuntergang, brachte man alle Kranken und Besessenen zu ihm. Die ganze Stadt war an der TŸr (des Hauses des Simon Petrus) versammelt. Und er heilte viele, die an Krankheiten aller Art litten, und er trieb viele DŠmonen aus.Ň Da ist sicher niemand  zu kurz gekommen. Mindestens den Segen Jesu und mit dem Segen Trost und Kraft haben alle mitbekommen, vor allem auch jene, die nicht wunderbar geheilt worden waren.

Wer denkt da nicht an die Krankensegnung in Lourdes nach der tŠglichen Sakramentsprozession? Keiner der vielen Kranken geht dabei leer aus, auch wenn nur dann und wann der eine oder andere Kranke wunderbar geheilt wird. Und ich denke hier an die Krankensegnung, wie sie im Auftrag Christi und in seiner Vollmacht so manche charismatisch begnadete Priester in unserer Zeit vornehmen (etwa der charismatisch begnadete Servitenpater Gabriel in Rom in der Kirche ăSette fundatoriŇ, oder der Benediktinerpater Bernhard vom Stift Lambach in der Pfarrkirche zu Aichkirchen u.a.).

Segnen auch wir immer wieder die Kranken! SchŠmen wir uns nicht, ihnen beim Krankenbesuch vor dem Abschied das Segenskreuzchen zu machen! Fordern Sie bitte auch die Priester immer wieder auf, Ihren Kranken den priesterlichen Segen zu spenden! Auch dafŸr war im Rituale Romanum ein eigener Ritus vorgesehen.

  1. Jesus hat das Brot gesegnet, bevor er es wunderbar vermehrt und dann durch die Apostel an die Volksscharen hat austeilen lassen. Bei Mt 14,13 ff hei§t es: ăJesus zog sich in einem Boot an einen einsamen Ort zurŸck, um allein zu sein. Die Volksscharen aber hšrten davon und folgten ihm aus den StŠdten zu Fu§ nach. Und als er ausstieg und die vielen Leute sah, wurde er von Mitleid mit ihnen ergriffen und heilte ihre Kranken. Als es aber Abend geworden war, traten die JŸnger zu ihm und sagten: ăDie Gegend ist einsam und die Stunde schon vorŸber. Entlasse daher die Scharen, damit sie in die Dšrfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.Ň Doch Jesus sprach zu ihnen: Sie brauchen nicht fortzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!Ň Sie aber sagten ihm: wir haben nichts hier als fŸnf Brote und zwei Fische. Er aber sprach: ăBringt sie mir her!Ň Und er lie§ die Scharen sich im Grase lagern, nahm die fŸnf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und SEGNETE sie, brach die Brote und gab sie den JŸngern, die JŸnger aber reichten sie den Volksscharen. Und alle a§en und wurden satt...Ň

Der Herr segnete also die Brote und sie wurden wunderbar vermehrt.

Da hat sich gar manchmal im Lauf der Kirchengeschichte bei Heiligen wiederholt. Ich denke da beispielsweise konkret an den hl. Johannes Bosco, der die wenigen (15 – 20) Brote, die im Oratorium fŸr seine Buben noch vorhanden waren, segnete. Dann teilte er persšnlich die Brote an seine Buben aus und jeder der 300 bekam ein Brot.

Vergessen wir auf den Tischsegen Ÿber die Speisen, die uns gereicht werden, nicht.  Das Tischgebet vor der Mahlzeit ist Segensgebet nach dem Vorbild Christi und der Heiligen. Wir denken hier auch daran, wie die Kirche fŸr die verschiedensten GegenstŠnde solche Segnungen kennt: Werkzeugsegnung, Autosegnung usw. Immer geht es darum, dass wir beim Segnen den betreffenden Gegenstand schŸtzen, vor allen verderblichen EinflŸssen und vor den Angriffen der dŠmonischen MŠchte bewahren. Das kurze, von der Kirche vorgesehene Segensgebet lautet: ăBenedic, Domine, nos et haec Tua dona, quae de Tua largitate sumus sumpuriŇ (Herr, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner GŸte empfangen...).

  1. Jesus hat das Brot beim Letzten Abendmahl gesegnet und in seinen heiligen Leib verwandelt; Er hat den Wein gesegnet und in sein kostbares Blut verwandelt. Im Bericht Ÿber die Einsetzung der heiligsten Eucharistie wird das ausdrŸcklich betont:

Mt 26,26f: ăWŠhrend des Letzten Abendmahles aber nahm Jesus Brot, SEGNETE es (ăeulogesasŇ = ăbenedixitŇ), brach es und gab es den JŸngern mit den Worten: ăNehmet und esset, das ist mein Leib.Ň

Mk 14,22f: ăUnd wŠhrend des Mahles nahm er Brot, segnete es (ăeulogesasŇ = benedicens), brach es und gab es ihnen mit den Worten: ăNehmet, das ist mein Leib!Ň...Ň

Lk 22,10ff: Bei Lk ist nur von der Danksagung, nicht vom Segnen die Rede ăUnd er nahm Brot, sagte Dank (ăEt accepto pane gratias egit / eucharistesas/Ň) brach es und gab es ihnen mit den Worten: ăDAS ist mein Leib, der fŸr euch hingegeben wird!Ň...Ň. das Wort vom Danksagen (eucharistesas) steht bei Mt und Mk nur im Bericht Ÿber die Wandlung des Weines, wŠhrend im Bericht Ÿber die Wandlung des Brotes ausdrŸcklich vom ăSegnenŇ die Rede ist (benedixit). Es ist darum schade, dass in der jetzigen deutschen Fassung des I. und III. Hochgebetes das lateinische ătibi gratias agens benedixitŇ und das ăbenedixitŇ im IV. Hochgebet durchwegs nur mit: ăEr sagte dir Lob und DankŇ Ÿbersetzt wurde und vom ăSegnenŇ nicht mehr die Rede ist, dabei mŸsse es bei den Worten Ÿber das Brot hei§en: ăAm Abend vor seinem Leiden nahm er das Brot in seine heiligen und ehrwŸrdigen HŠnde, erhob die Augen zum Himmel zu dir, seinem Vater, dem allmŠchtigen Gott, segnete unter Danksagung das Brot, brach es, reichte es seinen JŸngern und sprach: ăNehmet und esset alle davon: das ist mein Leib, der fŸr euch hingegeben wird!Ň...Ň

Es ist – dem griechischen Urtext bei den biblischen Einsetzungsberichten bei Mk und MT entsprechend vollauf berechtigt, vom Segen zu sprechen, den Jesus Ÿber das Brot erteilte. In der Kraft dieses seines Segens wandelt er das Brot in seinen Leib. Bis zur Liturgiereform wurde dieses Segnen noch dadurch unterstrichen, dass der zelebrierende Priester dabei Ÿber das Brot auf der Patene ein Segenskreuz machte.

Es geht hier jedenfalls um den krŠftigsten Segen, den Christus und in seinem Auftrag und mit seiner Vollmacht der Priester ăin persona ChristiŇ dem Brot spendet, denn kraft dieses Segens vollzieht sich am Brot, wie wir fest glauben, jene einzigartige, wunderbare Umwandlung der Substanz des Brotes in den Leib Christi, so dass Christus dann wahrhaft und wirklich unter der Gestalt des Brotes gegenwŠrtig ist.

Ist das nicht Ÿberhaupt der Sinn allen Segnens, dass Christus gegenwŠrtig wird mit seiner Gnade, mit seinem Geist, mit seinem Sakrament. Dann aber gilt: wo Christus zugegen ist, da ist mit ihm und in ihm und durch ihn Segen vorhanden. Und je tiefer mit Christus durch die Gnade oder durch das Weihesakrament ein Mensch verbunden ist, desto segensmŠchtiger ist er. Denn woher kommt aller Segen? Woraus flie§t aller Segen? Aus der liebenden Ganzhingabe Christi! Aus seinem Lebensopfer auf Golgotha, das er beim Letzten Abendmahl antizipierte und das er in jeder Messfeier wieder sakramental-mystisch gegenwŠrtig setzt. Das ist auch der Grund, warum wir ausnahmslos im Zeichen des Kreuzes segnen. Das Kreuz ist das Segenszeichen schlechthin. Dazu segnen wir: Um auf die Menschen und in all ihre Bereiche die gnadenspendende, aufrichtende, wandelnde, schŸtzende, tršstende, leben-erhaltende und –vermehrende Kraft der sich fŸr uns hinopfernden Liebe Christi herabzuholen.

  1. Jesus hat vor seinem Abschied aus dieser Welt – bei seiner Himmelfahrt seine JŸnger gesegnet:

Lk 24,50f: ăEr fŸhrte sie aber hinaus bis in die NŠhe von Betanien, erhob seine HŠnde und segnete sie (et elevatis manibus suis benedixit eis) . Und es geschah, wŠhrend er sie segnete (Et factum est: dum benediceret illis) schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben...Ň

Dieser Abschiedssegen, den Jesus den Seinen vor seiner Himmelfahrt erteilte, ist wieder ungemein vielsagend. Auch wir sollten nie voneinander  auf lŠngere Zeit Abschied nehmen, ohne einander zu segnen. Jedenfalls sollten die GlŠubigen vom Priester, dem Stellvertreter Christi, immer den Abschiedssegen erbitten, so wie der Priester am Ende der Eucharistiefeier zum Abschied den GlŠubigen immer zuerst den Segen erteilt, bevor  er sie mit den Worten: ăIte, missa est!Ň entlŠsst. Das aber ist seit der Liturgiereform im deutschen Missale etwas besonders Erfreuliches, dass es jetzt 20 Formulare eines feierlichen Schlusssegens gibt. Mit Recht sind sie im 37. Rundbrief aus dem Messbuch der Kirche abgedruckt worden mit der Bemerkung: ăNiemandem ist es verwehrt, privat diese Segenstexte zu benutzen...

Hier gehšrt dann als sechster und letzter Punkt aus dem Beispiel und der Lehre Christi Ÿber das Segnen noch dies erwŠhnt:

  1. Jesus hat seine JŸnger und alle an ihn Glaubenden aufgefordert, einander zu segnen und nicht einander zu fluchen oder gar zu verfluchen. Bei Lk 6,28 lautet die Weisung Jesu: ăSegnet jene, die euch fluchen und betet fŸr die, die euch verleumden!Ň

An diese Weisung Jesu haben sich dann die wahren JŸnger des Herrn allzeit gehalten.

Darum die Mahnung des hl. Paulus im Ršm 12,14: ăSegnet, die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht!Ň Der hl. Paulus hielt sich selbst daran und schrieb darum im Ršm 15,29: ăIch wei§, dass ich, wenn ich zu euch komme, mit der FŸlle des Segens Christi zu euch kommen werde.Ň Im 1 Kor 4,12 schreibt der Všlkerapostel Ÿber seine allzeit geŸbte Haltung: ăMan flucht uns, wir segnen.Ň

Wie der hl. Paulus, so hat auch der hl. Petrus ganz Šhnlich im 1 Petr 3,9 die Mahnung gegeben: ăVergeltet nicht Bšses mit Bšsem oder SchmŠhung mit SchmŠhung. Im Gegenteil, segnet einander, denn dazu seid ihr berufen, damit ihr Segen erbet!Ň

Wenn wir allzeit Segnende und nicht Fluchende und Verfluchende sind und wenn hinter unserem Segnen allzeit auch unsere tŠtige Gottes- und NŠchstenliebe steht, dann werden wir sicher einmal nach dem Willen Christi zu den GESEGNETEN seines Vaters gehšren und  am Ende der Zeiten die Vollendung des Segens empfangen: ăKommt, ihr GESEGNETEN meines Vaters, nehmt das reich in Besitz, das euch seit Grundlegung der Welt bereitet ist!ŇŇ (Mt 25,34).

Zu diesen GESEGNETEN gehšrt seit ihrer Unbefleckten EmpfŠngnis und erst recht seit ihrer Aufnahme in den Himmel  mit Seele und Leib die jungfrŠuliche Mutter Jesu Christi in allererster Linie. Sie ist die ăBenedicta inter mulieres, die Gebenedeite, die gesegnete unter den Frauen; sie ist aber auch – wie ihr gšttlicher Sohn, ihre gebenedeite Leibesfrucht, zum SEGEN fŸr alle Menschen geworden. Ihr hat Jesus Christus – darŸber kšnnen wir sicher sein – Segensmacht in FŸlle verliehen. Sie spendet uns ihren Muttersegen, wenn wir sie kindlich lieben und verehren.

Es ist darum sinnvoll, dass all jene, die dem Fluch entgegensetzen wollen in unserer Zeit und die – statt zu fluchen und zu verfluchen – aus ihrer gelebten Christusverbundenheit SEGNEN wollen und zum SEGEN fŸr viele werden wollen, sich zu einem MARIANISCHEN SEGENSKREIS zusammenschlie§en und dies dann auch durch ein besonderes SEGENSMITTEL, das uns Maria geschenkt hat, durch das Tragen der WUNDERT€TIGEN MEDAILLE manifestieren.

Ich kann nur aus innerster †berzeugung zum Beitritt zu diesem MSK aufmuntern und kann abschlie§en nur nochmals daran erinnern, was der MSK will:

1.     Der MSK will zu einem wahrhaft christlichen, christusverbundenen Leben im Gnadenstand anhalten, damit viele zum SEGEN fŸr andere werden.

2.     Der MSK will dazu beitragen, dass die Priester und die glŠubigen Laien sich ihrer SEGENSMACHT bewusst werden, denn nicht nur die Priester, sondern auch alle getauften und gefirmten Christen im Gnadenstand kšnnen und sollen segnen, vor allem die VŠter und MŸtter ihre Kinder, die Ehegatten einander, die Gesunden die Kranken usw.

3.     Der MSK will alles tun, damit mšglichst viele Katholiken in Christus tatsŠchlich zu SEGNENDEN werden.

4.     Der MSK will Ÿberall hin den SEGEN CHRISTI und seiner Mutter tragen und dadurch die Welt zu einer Welt GOTTES machen.

5.     Der MSK will –unter der geistigen Mutterschaft und FŸhrung der seligsten Jungfrau Maria – eine GEMEINSCHAFT von SEGNENDEN sein.

6.     Der MSK will – entsprechend den vielen Mahnungen der hl. Schrift – den Kampf gegen die bšsen MŠchte und Gewalten bewusst aufnehmen durch das Beten des kleinen Exorzismus.

Uns allen, die wir unsere himmlische Mutter mit ihrem gšttlichen Kind bitten: ăMaria mit dem Kinde lieb uns allen deinen Segen gib!Ň, uns allen gilt das Wort, das Gott zu Abraham und seinem grš§ten Nachkommen gesprochen hat: ăICH WILL DICH SEGNEN UND DU SOLLST EIN SEGEN SEIN!Ň

Segnen wir auch uns selbst immer wieder, indem wir uns signieren mit dem ăsignum crucisŇ, mit dem Zeichen des Kreuzes, das wir immer andŠchtig, fromm und gesammelt Ÿber uns machen am Morgen, am Abend jeden Tages und bei vielen anderen Gelegenheiten, und wenn der mit besonderer Segensgewalt ausgestattete Priester Ÿber uns das Segenskreuz macht im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen