Der Rosenkranz

Predigt bei der Monatswallfahrt nach Maria Plain, 01.10.1983 /13.09.1989

 

Die beschŠmende Tatsache, wie die Jusos den Maria so innig liebenden Papst in ihrem Antipapst-Festival verhšhnt und verspottet haben und sich u.a. auch zu der spšttischen Bemerkung verstiegen haben: ãDieser polnische Papst hŠlt es mit einer Frau; und wir kennen sogar den Namen dieser Frau. Sie hei§t Maria!Ò

In dieser spšttisch-ironisch gemeinten Bemerkung liegt interessanter Weise viel Wahrheit: Der Papst hŠlt es mit einer frau, mit der ãGebenedeiten unter den FrauenÒ, mit der seligsten Jungfrau Maria. Ihm ist es ernst mit seinem Wahlspruch: ãTotus Tuus, MariaÒ. Der Papst hŠlt es auch mit dem Lieblingsgebet, das Maria in Lourdes und Fatima so warm empfohlen hat: mit dem Rosenkranz, und er ahmt dabei nicht nur das Beispiel seiner VorgŠnger nach, sondern auch das Beispiel vieler wahrhaft gro§er MŠnner und Frauen, denen gegenŸber sich die Spštter in den Reihen der Jusos wie armselige geistig unterentwickelte Zwerge ausnehmen.

Darf ich da heute zur Einstimmung auf den kommenden Rosenkranzmonat Oktober an bedeutende Rosenkranzbeter und an das rechte Rosenkranzbeten erinnern?! Vor ein paar Jahren machte ich mit 50 Pilgern eine Pilgerfahrt, die uns zuerst zu den GedenkstŠtten des hl. Franziskus auf dem Alvernerberg und in Assisi und dann zu den GedenkstŠtten des hl. Mšnchvaters Benedikt in Norcia, Subiaco und Montecassino fŸhrte und zuletzt auch nach Neu-Pompeji, wo der selbstlose fromme Rechtsanwalt Bartolo Longo, der inzwischen vom Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden ist, fŸr ein auf dem Flohmarkt in Neapel erstandenes Bild der Rosenkranzkšnigin eine herrliche Basilika und daneben ein ganz gro§e Waisenhaus erbaut hat. Ich habe da in Neu-Pompeji Ÿber diese herrliche gro§e, strahlend schšne, an Kunstwerken Ÿberaus reich ausgestattete Kirche zu Ehren der Rosenkranzkšnigin gestaunt. Noch mehr aber habe ich darŸber gestaunt, wie es dieser Rechtsanwalt, der selige Bartolo Longo verstanden hat, die schlichten, einfachen, armen, religišs fast ganz unwissenden Bewohner des Tales von Neu-Pompeji durch das Rosenkranzgebet wieder zu einem festen, starken Glauben und zum Leben aus dem Glauben zurŸckzufŸhren.

Damals in Neu-Pompeji ist es mir selbst wieder einmal richtig aufgegangen, dass der Rosenkranz in all seiner bescheidenen, demŸtigen Schlichtheit eine gro§artige Schule des Glaubens sein kann, wenn er richtig, besinnlich meditativ gebetet wird, und die Menschen dabei an der Mutterhand Mariens immer tiefer in die wichtigsten Glaubenswahrheiten und Heilsereignisse im Leben des Herrn einzudringen suchen.

Die Apostel haben den Heiland einmal um StŠrkung ihres Glaubens gebeten und er hat ihnen zur Antwort gegeben: ãHŠttet ihr Glauben auch nur so gro§ wie ein Senfkšrnlein, es wŸrde eigentlich schon genŸgen, um Wunderbares zu vollbringen!Ò, so kšnnte man dieses Heilandswort abwandelnd sagen: WŸrdet ihr die schlichten, kleinen, so unscheinbaren Perlen des Rosenkranzes glŠubig durch eure Finger gleiten lassen und dabei immer tiefer in die Wahrheiten des Evangeliums eindringen, ihr wŸrdet schlie§lich so starken Glauben bekommen, dass ihr in eurem Leben Wunderbares bewirken kšnntet und durch nichts mehr zu erschŸttern wŠret!

Das hat de selige Bartolo Longo in seinem gewaltigen Werk, das er in Neu-Pompeji aufgebaut hat, handgreiflich erfahren. Das haben so manche andere Grš§en des geistlichen und geistigen Lebens erfahren.  Ich denke da an das Erlebnis, das von dem gro§en AndrŽ Marie Ampre, dem gro§en franzšsischen Physiker und Mathematiker berichtet wird: Dieser Gelehrte, der Ÿber die Elektrodynamik so grundlegende Tatsachen und Gesetze erforscht hat, dass sein Name zum bleibenden Andenken an ihn heute das allgemein bekannte Einheitsma§ der elektrischen StromstŠrke ãAmpereÒ bildet, er war ein tief glŠubiger Mann und zwar nicht etwa erst am Lebensende, als er 1836 in Paris starb, sondern lŠngst vorher schon, als er am Hšhepunkt seiner Gelehrtenlaufbahn stand. Er betete viel und betete vor allem sehr oft auch den Rosenkranz. – Als er eines Tages in einer Pariser Kirche kniete und wieder die Perlen des Rosenkranzes durch seine Finger gleiten lie§, beobachtete ihn dabei ein junger Akademiker, der eben erst sein UniversitŠtsstudium beendet hatte, dabei aber in seiner Seele von heftigsten Glaubenszweifeln zerrissen war. Aber dieses Bild des den Rosenkranz still besinnlich betenden gro§en Gelehrten und Forschers Ampre wirkte  bei dem jungen Akademiker besser als  100 glŠnzende Predigten: Die Glaubenszweifel verflogen und der junge Akademiker fand von diesem Tag an den Weg zum vorbehaltlos bejahten und gelebten christlichen Glauben und wurde ein weltweit bekannter, vorbildlicher Apostel selbstloser christlicher Caritas als GrŸnder des Vinzenzvereins, Frederic Ozanam, der 1853 starb und dessen Seligsprechungsprozess 1923 eingeleitet wurde und glŸcklich voranschreitet.

Der Rosenkranz in MŠnnerhand, in Akademikerhand sogar, er ist ein Zeichen, ein Bekenntnis zu dieser von der seligsten Jungfrau Maria in Lourdes und Fatima so eindringlichen Gebetsform, er ist auch ein Gnadenmittel. Ein Sakramentale, von dem viel Segen ausging und heut noch ausgeht, wenn er richtig gebetet wird. Der Rosenkranz besteht nicht nur aus Perlen, er ist selber insgesamt eine kostbare Perle. Und man kann in einem richtigen Sinn das Gleichnis Jesu von der Perle wirklich auf den Rosenkranz anwenden: ãMit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der edle Perlen suchte. Als er eine kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin, verkaufte seine ganze Habe und erwarb diese PerleÒ. Man kšnnte weiter den Rosenkranz vergleichen mit jenem Schatz, der in einem Acker verborgen lag und den ein Mann gefunden hatte. Man muss diesen verborgenen Schatz suchen und ausgraben. Dann entdeckt man immer mehr den Wert des Rosenkranzes und die Werte, die er vermitteln kann.

Da gibt es ein kostbares Gebetbuch, das vor ein paar Jahren der bekannte religišse Volksschriftsteller Pfarrer Weigl herausgegeben hat unter dem schšnen Titel ãGebetsschatzÒ. Der Rosenkranz ist auch ein solcher Gebetsschatz, schon einmal deshalb, weil er aus den heiligsten, ehrwŸrdigsten und wichtigsten Gebeten zusammengesetzt ist.

Das hat im aufgeklŠrten vorigen Jahrhundert in Frankreich wieder ein berŸhmter Mann ganz tief erfasst: Der berŸhmte Arzt Recamier, eine BerŸhmtheit auf dem Gebiet der Medizin, so dass Recamier in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Frankreich der Arzt fŸr FŸrsten und Kšnige geworden war und sein Ruf damals ganz Europa durchdrang. Es wird erzŠhlt, wie diesen berŸhmten Arzt Recamier eines Tages seine freidenkerischen Kollegen mit einem Rosenkranz in der Hand Ÿberraschten, bevor er an eine ganz schwierige Operation heranging. Diese unglŠubigen Kollegen waren Ÿber den Anblick, den berŸhmten Recamier Rosenkranz betend anzutreffen, total verwirrt und verblŸfft. Recamier aber sagte den schockierten schlicht und einfach: ãJa, ich bete den Rosenkranz. Wenn ich um einen Kranken ganz besonders besorgt bin und alle Heilmittel ausgeschšpft und ohne Erfolg geblieben sind, dann wende ich mich an den, der alles heilen kann. Weil ich aber nicht immer so viel Zeit habe, dem AllmŠchtigen ausfŸhrlich und lang meine Bitten vorzutragen, wende ich mich im Rosenkranz an die seligste Jungfrau Maria, an die gro§e Gnadenvermittlerin und FŸrsprecherin. Und ich gestehe, oft schon nach einem oder zwei RosenkranzgesŠtzchen spŸre ich: ein wunderbarer Erfolg wird sich einstellen.

Darf ich nun noch ganz schlicht und einfach den Rosenkranz gegen den Vorwurf verteidigen, er sei ein sinnloses Geplapper. Nein, er ist, wenn er richtig gebetet wird, kein sinnloses Geplapper, sondern ein Ÿberaus sinnreiches Gebet.

  1. Das beweist zunŠchst einmal schon seine Zusammensetzung aus den wichtigsten und wertvollsten Gebeten, die wir Katholiken kennen: 

Da hŠngt an der Perlenschnur des Rosenkranzes zunŠchst einmal ein kleines Kreuzchen, und mit den Kreuzzeichen beginnt der Rosenkranz, mit jenem Zeichen, mit dem der katholische Glaube von jeher seine AnhŠnger kenntlich gemacht hat. Machen wir doch das Kreuzzeichen immer, gerade auch bei Beginn des Rosenkranzes  besinnlich und andŠchtig, wŸrdig und schšn, nicht hastig und entstellt, sondern so, wie es die Gottesmutter der kleinen Bernadette bei ihrer ersten Erscheinung am 11. Februar 1858 vorgemacht hat in so unvergesslich schšner Weise, dass Bernadette sich immer daran erinnerte und zuletzt noch vor ihrem Sterben am 16. April 1879 mit letzter Kraft noch tief beeindruckend fŸr alle das Kreuzzeichen machte!

Auf das Kreuzzeichen folgt im Rosenkranz das Glaubensbekenntnis mit seinen 12 Glaubensartikeln, auf denen wie auf 12 mŠchtigen Quadern unser christlicher Glaube aufruht. Es ist das Bekenntnis jenes Glaubens, den die 12 Apostel einst gepredigt, fŸr den die Heiligen einst gekŠmpft, gearbeitet und gelitten, und fŸr den die MŠrtyrer mutig und furchtlos in den Blutzeugentod gegangen sind.

Es folgt dann das Gebet des Herrn, das Vaterunser, das dann zu Beginn jedes GesŠtzchens wiederkehrt: es ist jenes Gebet, in welchem Christus selbst uns die allerwichtigsten Bitten, die wir an den himmlischen Vater richten sollen, in den Mund gelegt hat und in welchem der Herr selber fŸr uns und mit uns zum himmlischen Vater betet, da er gesagt hat: ãAlles, was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet,, das wird er euch geben!Ò (Joh 14,13). Dann folgt das Ave Maria je 10-mal in jedem der fŸnf RosenkranzgesŠtzchen und zuerst dreimal, wenn wir Christus um die drei wichtigsten Tugenden, die gšttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe bitten. Im Ave Maria grŸ§en wir unsere himmlische Mutter Maria mit jenem wundersamen Gru§, mit dem der Engel Gabriel im Auftrag Gottes selber sie erstmals gegrŸ§t hat: ãGegrŸ§t seist du, Maria, voll der Gnade ...Ò

Wir fŸgen dem Engelsgru§ noch den Gru§ hinzu, den Elisabeth, die Mutter des VorlŠufers Christi, JohannesÔ des TŠufers an Maria gerichtet hat: ãDu bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.Ò

Da fŸgen wir dann gewšhnlich das betreffende Geheimnis des freudenreichen, des schmerzhaften, des glorreichen Rosenkranzes ein und fahren dann fort mit der Bitte, die die Kirche seit dem 14. Jahrhundert dem Ave Maria angefŸgt hat: ãHeilige Maria, Mutter Gottes, bitte fŸr uns SŸnder jetzt und in der Stunde unseres Todes.Ò

Dass wir diesen Gru§ und Bittruf an die gnadenvolle Mutter Jesu, die er vom Kreuz herab zu unserer Mutter bestimmt hat: ãSiehe deine Mutter!Ò, 10-mal wiederholen, ist dabei sicher nicht Zeichen der Gedankenarmut, sondern Zeichen kindlicher Liebe und kindlichen Vertrauens: Eine Melodie, die einem besonders zusagt, wird man nicht satt, die singt man und summt man bisweilen den ganzen Tag vor sich hin. So ist es mit dem Ave Maria im Rosenkranz. Und wie das Kind in aller Not und Gefahr immer wieder nur das eine ruft: Mutter, Mutter, so geht es uns beim Rosenkranzgebet der himmlischen Mutter gegenŸber eben auch: Die Liebe hat zuletzt nur ein einziges Wort, das sie immer wieder und immer wieder von neuem wiederholt: Mutter! ãHeilige Maria, Mutter Gottes, bitte fŸr uns SŸnder...Ò Jetzt, da die Not, die seelische Not, die Not der Verwirrung in der Kirche, die Not des Unfriedens in der Welt so gro§ ist und da die Sorgen und Anliegen, die uns auf der Seele brennen, so zahlreich sind! Bei allem, was Maria lieb und teuer ist, bei ihren Freuden und bei ihren Schmerzen im Mitleben und MitfŸhlen und Mitleiden der einzelnen Stationen des Lebens und Leidens, Sterbens und Auferstehens ihres gšttlichen Sohnes Jesus Christus beschwšren wir  in den jeweiligen 10 Ave Maria und lassen ihr gleichsam keine Ruhe: ãDu kannst mir ja helfen, o MŠchtigste, du willst mir auch helfen, du GŸtigste, du wirst mir auch helfen, du Treueste...Ò Ja, wir lassen Maria keine Ruhe, nicht einmal nur, nein, 10-mal, 50-mal rufen wir in heiligem UngestŸm im Rosenkranz zu ihr: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte fŸr uns SŸnder jetzt  ... und in der Stunde unseres Todes!Ò

Zwischen das Lob auf die himmlische Mutter schalten wir im Rosenkranz nach jedem GesŠtzchen das Lob auf den ein, der sie so schšn, so mŠchtig und so voll der wundersamsten GnadenvorzŸge ausgestattet hat, das Lob auf den dreifaltigen Gott, dessen Tochter, Mutter und Braut Maria sein durfte und ist fŸr Zeit und Ewigkeit: ãEhre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist...Ò

Das ist die Zusammensetzung des Rosenkranzgebetes: Wahrlich, die wertvollsten Gebete der Christenheit sind hier zusammengetragen zu einer wundersamen Symphonie, deren Grundakkord immer der ist: Ave Maria!

 

  1. Jetzt noch ein zweiter Grund, warum wir es wagen kšnnen, das Rosenkranzgebet eines der sinnreichsten Gebete zu nennen:

Es verbindet nŠmlich in sinnvollster Weise das mŸndliche Gebet mit dem betrachtenden Gebet. Darauf sollten wir immer allergrš§ten Wert legen!

Der Rosenkranz – ein betrachtendes, meditatives Gebet! Schšn hat das zum Abschluss der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda in seiner schlusspredigt am 27. September 1979 Kardinal Ratzinger von MŸnchen ausgesprochen in den folgenden SŠtzen: ãWenn wir uns heute weithin so hilflos den Verhei§ungen asiatischer oder asiatisch scheinender Praktiken des Religišsen (der Meditation, des Yoga usw.) ausgeliefert finden, so kommt es nicht zuletzt davon, dass wir solches (betrachtendes, meditierendes) Beten verlernt haben. Der Rosenkranz verlangt nicht eine angestrengte Bewusstheit, deren Forderung ihn unvollziehbar machen wŸrde, sondern verlangt das einschwingen in den Rhythmus der Stille, der uns gewaltlos ruhig werden lŠsst und der (Meditations-)Stille einen Namen gibt: Jesus, die gebenedeite Frucht Marias! Maria aber, die in der gesammelten stille ihres Herzens das lebendige (ewige) Wort in sich geborgen hat und so Mutter des fleischgewordenen ewigen Wortes werden durfte, ist das bleibende Inbild wahren gottesdienstlichen (und meditativen) Lebens, der Stern, der auch vom dunklen Himmel leuchtet und uns Weisung gibt. Mšge sie, die Mutter der Kirche, uns erbitten, dass wir immer mehr zu erfŸllen vermšgen, was hšchster Auftrag der Kirche ist: die Verherrlichung des lebendigen Gottes!Ò

Betrachtend den Rosenkranz beten hei§t, ihn besinnlich beten, indem man Ÿber die Rosenkranzgeheimnisse jeweils die 10 Ave Maria lang nachdenkt, die gemeinte Szene aus dem Leben Jesu oder Mariens im Geiste vor sich erstehen lŠsst und darŸber nachsinnt, wie, warum und wofŸr das geschehen ist. Wir betrachten dabei all die gro§en und tiefen Heilswahrheiten unseres christlichen Glaubens, von dem Augenblick angefangen, da der Sohn Gottes unter dem Unbefleckten Herzen Mariens die Menschennatur annahm,, unsertwegen und unseres Heiles wegen: ãJesus, den du, o Jungfrau vom H l. Geist empfangen hastÒ  -- bis hin zu jener beglŸckenden Stunde, da ihr gšttlicher Sohn seine jungfrŠuliche Mutter in die himmlische Herrlichkeit aufnahm und zur Kšnigin des Himmels und der Erde kršnte: ãJesus, der dcih, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat --, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekršnt hatÒ.

Wir kennen die drei bekannten RosenkrŠnze, den freudenreichen Ÿber die Kindheit Jesu, den schmerzhaften Ÿber das Leiden und Sterben Jesu, den glorreichen Ÿber die Verherrlichung Jesu und seiner jungfrŠulichen Mutter Maria.

Und wir sollten bei diesen drei Formen des Rosenkranzes – zumindest beim šffentlichen und gemeinsam Beten des Rosenkranzes – bleiben und nicht zu allen mšglichen und oft schon fast unmšglichen Formen des Rosenkranzes Ÿbergehen, wie sie heute in den Reihen der Frommen da und dort Ÿblich geworden sind, wie der TrŠnenrosenkranz, der Barmherzigkeitsrosenkranz usw.

Zwei Formen des Rosenkranzes hŠtte ich mir freilich immer selber sehr gewŸnscht:  nŠmlich einen Ÿber das verborgene Leben Jesu und einen Ÿber das šffentliche Leben und Wirken Jesu, und ich kšnnte mir gut vorstelle, wie dabei die einzelnen Geheimnisse lauten wŸrden:

Beim Rosenkranz des verborgenen Lebens Jesu:

1)    Jesus, der in Nazareth zunahm an Alter, Weisheit und Wohlgefallen vor Gott und den Menschen,

2)    Jesus, der in Nazareth das Familienleben geheiligt hat,

3)    Jesus, der seinen Eltern untertan war,

4)    Jesus, der als Lehrling und geselle die Arbeit (in der Zimmermannswerkstatt) geheiligt hat,

5)    Jesus, der 30 Jahre in der Verborgenheit gelebt hat.

 

Beim Rosenkranz des šffentlichen Lebens Jesu:

1)    Jesus, der von Johannes im Jordan getauft worden ist,

2)    Jesus, der vom Geist in die WŸste gefŸhrt und vom Teufel versucht worden ist,

3)    Jesus, der die Frohbotschaft vom Reiche Gottes verkŸndet hat,

4)    Jesus, der wohltatenspendend und heilend durch das Land gezogen ist,

5)    Jesus, der JŸnger und Apostel berufen und die Kirche gegrŸndet hat.

 

Warum mir diese zwei RosenkrŠnze, der vom verborgenen und der vom šffentlichen Leben Jesu abgehen? Weil eben zwischen dem freudenreichen Rosenkranz Ÿber die Kindheit Jesu und dem schmerzhaften Ÿber das Leiden und Sterben Jesu eine gro§e LŸcke herrscht, die unbedingt ausgefŸllt werden sollte, auch aus religionspŠdagogischen und katechetischen GrŸnden. Aber man kšnnte jeweils beim letzten Geheimnis des Freudenreichen Rosenkranzes Betrachtungen Ÿber das verborgene Leben Jesu unterbringen, denn wenn wir beim 5. Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes an das wiederfinden des verlorengegangenen 12jŠhrigen Jesusknaben 10 Ave Maria lang denken, so endet ja fast das wiederfinden des 12jŠhrigen Jesusknaben im Tempel mit der Feststellung, dass er dann mit seinen Eltern nach Nazareth ging und ihnen dort untertan war. Da hŠtte also mit Recht eine Betrachtung Ÿber das verborgene Leben Jesu Platz. Und beim schmerzhaften Rosenkranz kšnnte man beim ersten Geheimnis (Jesus, der fŸr uns Blut geschwitzt hat) auch an all das denken, was dem Beginn des Leidens am …lberg im šffentlichen L eben Jesu vorausgegangen ist an Feindschaft und GehŠssigkeit vonseiten der Schriftgelehrten und PharisŠer.

Es sollte beim Rosenkranzbeten immer nur darauf ankommen, dass man sich dabei betrachtend vertieft in das Leben Jesu vom Geheimnis seiner Menschwerdung angefangen bis hin zu seiner VerklŠrung.

An der Mutterhand Mariens sollten wir im Geiste all die heiligen StŠtten unseres Glaubens durchwandern: Nazareth und Bethlehem, Jerusalem mit seinem Tempel, mit seinem …lberg und seinem Kalvarienberg.

An der Mutterhand Mariens sollten wir uns fŸhren lassen  durch all die freudigen und schmerzlichen biblischen Geheimnisse, von da an, wo Maria sich demŸtig als ãMagd des HerrnÒ bekannt hat, bis dorthin, wo sie in der himmlischen Herrlichkeit die Krone des ewigen Lohns aufs Haupt gesetzt bekommen hat als Kšnigin aller Engel und Heiligen.

Dabei gehen wir nicht hastig und schnell an diesen Stationen vorŸber, sondern bleiben jeweils stehen, jeweils die Zeit von 10 Ave Maria lang, um dabei die wichtigsten Wahrheiten unseres Glaubens, die gro§en Geheimnisse unserer Erlšsung und die religišsen und sittlichen Folgerungen, die wir daraus fŸr unser Leben zu ziehen haben, vor unserem Geist erstehen zu lassen und recht tief in unser Herz eindringen zu lassen: ãSehen-urteilen-handelnÒ

Gerade in einer Zeit, wo so viele Katholiken in ihrem Glauben schwach und unsicher geworden sind, in einer Zeit, wo der Unglaube sich so frech erhebt, da haben wir glŠubigen Menschen nichts Wichtigeres zu tun, als es immer wieder zu bekennen, nicht einmal blo§, sondern zehnmal nacheinander, dass der Sohn Gottes der Sohn der immerwŠhrenden Jungfrau Maria geworden ist, empfangen vom Hl. Geist, um uns durch sein Leben, Leiden, sterben und Auferstehen zu erlšsen und um uns in seiner Himmelfahrt den Weg zur wahren, eigentlichen Heimat zu zeigen.

Durch Demut und Gehorsam, durch Opferbereitschaft und treue Liebe, durch Kreuz und Leid zur Himmelsherrlichkeit nach dem Vorbild Jesu und Mariens! Das sagen uns die Rosenkranzgeheimnisse mit der eindringlichen Sprache dieses sinnreichen Gebetes.

Und alle Anliegen, die wir haben, alle Sorgen, die uns bedrŸcken, alle Gefahren und Schwierigkeiten, in denen wir uns befinden, alles, alles kšnnen wir hineinlegen in dieses himmelstŸrmende Gebet um Frieden und Trost, Kraft und Gnade fŸr unsere kleinmŸtige, verzagte Seele, fŸr unsere Familien und Gemeinschaften, fŸr Kirche und Welt zu erlangen.

Wahrlich, der Rosenkranz ist ein sinnreiches Gebet, wenn wir ihn richtig, besinnlich beten als mŸndliches   u n d    betrachtendes Gebet! BemŸhen wir uns immer wieder darum, ihn so zu beten! Er darf nicht zu einem gedankenlosen Geplapper und Geleier werden, er muss betrachtend gebetet werden, dann ja dann hilft er uns voran, bessere, innerlichere Menschen, bessere, innerliche Christen zu werden, die ihren Glauben nicht blo§ mutig bekennen, sondern danach auch leben. Amen